Tag 2 des NFL Drafts 2021

Tag 2 des NFL Draft 2021 - Doch nicht alles falsch gemacht?

Für viele Saints Fans war der erste Tag des NFL Drafts 2021 eine bittere Enttäuschung. Daher hoffte man, dass der zweite Tag des Drafts für die Saints besser aussah. Einige hofften darauf, dass die Saints sogar paar Picks nach oben trafen - Das geschah auch. Wie man sich darüber fühlen soll weiß keiner genau. Aber schauen wir uns die Picks einmal etwas genauer an...

Unsere Einschätzung zu den Day 2 Picks der Saints:

Nach dem zweiten Tag des NFL Draft 2021, konnten wir als Saints Fans definitiv mit einem besseren Gefühl schlafen gehen, als am ersten Tag. Wir haben es geschafft die zwei wichtigsten Positional Needs mit Spielern zu füllen, die auf dem College bereits einiges gezeigt haben und perfekt in unser System passen. Hier präsentieren wir euch ein paar Punkte zu den beiden gedrafteten Spielern, wieso wir sie gedraftet haben und wie sie sich in New Orleans entwickeln können.

Pete Werner, LB, Ohio State

Die Saints haben einmal mehr bei ihrer Lieblings University zugeschlagen! Pete Werner, Linebacker von der Ohio State University, wird die Saints für die nächsten Saisons auf der LB Position verstärken.

Wieso ein LB vor einem CB?

Nachdem wir zuerst einen Linebacker gedraftet haben, war der Aufschrei bei vielen Fans wieder groß, weshalb man denn keinen Cornerback gedraftet habe. Um diese Frage zu beantworten, müsste man einen Blick auf das Saints Draft Board gewährleistet bekommen. Ich denke, dass man hier darauf geachtet hat, welcher noch verfügbar Spieler auf beiden Positionen am besten in das Scheme der Saints passen würde. Genau das erfüllt Pete Werner, weshalb die Saints sich wahrscheinlich für ihn entschieden haben.


Was macht Pete Werner aus?

Wie bereits erwähnt passt Werner gut in unser Defensive Scheme. Wieso? Die Saints spielen eine 4-3 Defense (4 D-Liner, 3 Linebacker). Werner ist eher ein Outside Linebacker, von welchen wir noch einen gesucht haben. Anders als viele andere Outside Linebacker bringt er viele Eigenschaften eines Linebackers hervorragend in sich zusammen und kann beispielsweise auch als Inside Linebacker spielen. Werner ist 190 cm groß und wiegt 109 kg. Er
war ganze 4 Saisons ein Teil des Teams und in den letzten drei war er einer der Starting Linebacker. Er wurde in seiner College Zeit sehr viel in direkte Match-Ups mit Tight Ends oder sogar Receivern geschickt. Die Fähigkeit der Pass Coverage wird bei Linebackern oft unterschätzt. Er hat keine Probleme das Spielgeschehen zu erkennen und macht den Ballträger schnell ausfindig. Die meisten Outside Linebacker sind auf den Pass Rush fokussiert. Werner ist zwar mehr ein Vielseitiger Linebacker, der nicht direkt als EDGE Rusher aufgestellt wird aber er kann trotzdem bei Blitzing Plays Schaden anrichten. Trotz seiner eher kleineren Körpergröße kann er es ohne Probleme mit (Extra-)Blockern aufnehmen. In vielen Scouting Reports wird er deshalb auch als “Every-Down-Player” bezeichnet, was etwa bedeutet, dass er in jeder Spielsituation eingesetzt werden kann. Genau das ist es, was
Mickey Loomis und Sean Payton an ihm gefällt. Diese Vielseitigkeit spiegelt sich auch in seinen Statistiken wieder: Über vier Saisons an der Ohio State University erzielte er 16 Tackles for Loss, 4 Sacks, 16 Passes Defended und 4 Forced Fumbles. Man kann mit Sicherheit argumentieren, dass es bessere verfügbare Linebacker gab. Dabei muss man aber beachten, dass jeder Linebacker unterschiedlich ist. Seinen Körperbau kann man für einen Linebacker jedoch kritisieren. Ebenfalls muss er noch ein 

bisschen besser gegen das Running Game arbeiten. Ihm fällt es oft schwer sich aus Blocks zu lösen.

Wieso haben wir uns nicht für einen besseren LB hoch getradet?

Auch hier kann man nur spekulieren. Meine Vermutung ist, dass die Saints mit Sicherheit versucht haben wenigstens ein paar Spots nach oben zu kommen. Viele Teams dürften jedoch einiges verlangt haben, womit die Saints in diesem Fall wahrscheinlich lieber ihr Draft Kapital behalten wollten. Ebenfalls denkbar ist, dass die Saints mit mehreren Linebackern oder Cornerbacks an 60 komfortabel gewesen wären und man somit nur schauen wollte, wer noch alles bis zu dieser Position fällt.

Linebacker die kurz vor uns gegangen sind:

Pick 52: Jeremiah Owusu-Koramoah, LB, Notre Dame (Browns) // Pick 58: Nick Bolton, LB, Missouri (Chiefs)


Paulson Adebo, CB, Stanford

In Runde 3 kam dann der erste Trade der Saints! Um an 76. Stelle Cornerback Paulson Adebo aus Stanford zu wählen, tradete man die anderen beiden 3rd Round Picks zu den Denver Broncos. Die wahrscheinlich größte Lücke im Roster der Saints wurde damit vorerst gefüllt.


Was macht Paulson Adebo aus?

Ich will ehrlich sein: Ich habe mit Adebos Namen nicht zwingend in den ersten drei Runden gerechnet, aber ich bin mehr als glücklich, dass er bei den Saints gelandet ist. Auch Adebo nimmt direkt eine wichtige Rolle bei den New Orleans Saints ein. Nachdem wir Janoris Jenkins aufgrund vom Cap Space entlassen mussten, fehlt uns der klassische zweite Cornerback. Auch wenn sich viele einen Cornerback in den ersten beiden Runden gewünscht haben finde ich, dass Adebo dieses Need mindestens genauso gut füllen kann. Adebo ist wahnsinnig athletischer Cornerback, der etwas größer ist (185 cm), als die meisten Spieler auf seiner Position. Nach einer extrem starken 2018er Saison wurde Adebo bereits als möglicher 1st Round Pick gehandelt. Die nächsten zwei Saisons sollten diese Ansicht etwas verändern. 2019 hatte Adebo zwar in vielen Bereichen ein gutes Jahr, wurde jedoch in Coverage etwas zu oft geschlagen. 2020 entschied er sich für den Opt-Out, womit seine Draft Projection weiterhin fiel. An sich ist Adebo dann am besten, wenn er in seinem Modus spielt. Dank seiner Physis lässt er sich aus dieser normalerweise auch nicht aus diesem rausbringen. In seinem Freshman Jahr erzielte er unfassbare 24 verteidigte Pässe, was zeigt, dass er extrem gut in Match-Ups gegen andere Receiver arbeitet. Er selbst war auch mal Receiver an der High School. Scouts beschreiben ihn als “Outside-Only-Cornerback” was bei den Saints kein Problem ist, da genau diese Position gesucht wird. Chauncey Gardner-Johnson sitzt bereits im Slot. Am Ende ist es fraglich, wie viel aus seiner 2018er Saison noch in Adebo steckt. Wenn ihr euch sein Highlight Tape aus 2018 anschaut, bekommt ihr einige spannende Plays, spektakuläre Interceptions und verteidigte Pässe zu sehen. Er hatte jedoch einige Probleme, wenn er tiefe Pässe verteidigen musste. Und wir alle kennen dieses Dilemma bei den Saints aus den Jahren 2012 bis 2016, als solche Situationen zum Alltag dazu gehörten. Wir können also nur hoffen, dass wir den 2018er Paulson Adebo auch bei den Saints zu sehen bekommen.

Wieso 22 Stellen für Adebo hoch traden?

Ich würde diesen Move überhaupt nicht kritisieren. Viele Teams haben noch einen Cornerback gesucht und Adebo war definitiv einer der besten verfügbaren Outside Cornerbacks. Man kann vielleicht darüber diskutieren, ob es richtig war, beide 3rd Round Picks dafür abzugeben. Ich hätte im Gegenzug vielleicht noch einen 6th Round Pick erwartet oder selber anstatt dem zweiten 3rd Round Pick einen 6th oder 7th Round Pick gegeben. Aber an sich eine absolut sinngemäß und solide Entscheidung.

Was kann man sich vom 3. Draft Day erwarten?

Der 3. Draft Day ist vor allem für New Orleans relativ interessant. Vor allem auf den Positionen WR, Safety oder auch TE benötigt es noch Tiefe. Hier heißt es dann abzuwägen was man haben möchte. Geht man nach den Needs oder pickt man BPA (Best Player Available)? Mit Amon-Ra St. Brown (WR), Ar'Darius Washington (Safety) oder auch Brevin Jordan (TE) wären mögliche Fits noch zu haben. Zusätzlich sind auch noch Top Prospects wie Jabril Cox (LB), Michael Carter (RB), Shaun Carter (CB) oder auch Trey Smith (OG) noch am Board. 

Aber eine weitere Frage wird sein, ob die New Orleans Saints einen Quarterback draften werden. Abhängig davon könnten schon erste Indizien fallen, wer für die nächste Saison der Starting-QB sein wird. 


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